Stephan Grätzel zur Ulrich-Forschung

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Ulrich-Forschung | Andrea Schwemmer

Neben dem Anliegen, das Werk Ulrichs sichtbarer und besser zugänglich zu machen, möchte das Ferdinand-Ulrich-Archiv auch die Forschung sowie die Vernetzung unter den Forscherinnen und Forschern fördern. Auf unsere Umfrage hat auch Stephan Grätzel geantwortet.

Prof. em. Dr. Stephan Grätzel, geb. 1953, war von 1998 bis 2018 Universitätsprofessor für Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er leitete den Arbeitsbereich Praktische Philosophie sowie die internationalen Forschungsstellen zu Maurice Blondel und Eugen Fink. Mit Ferdinand Ulrich stand er über viele Jahre in einer Korrespondenz.

Im Folgenden die Antworten von Stephan Grätzel:

Welche Bedeutung messen Sie dem Werk von Ferdinand Ulrich zu?
Das Werk Ferdinand Ulrichs hat die christliche Liebe philosophisch bisher am tiefsten ausgelotet. Ihm in diese Tiefen zu folgen, braucht Zeit, aber darin liegt auch das künftige Potential dieses Denkers.

Wie haben Sie persönlich den Zugang zu Ulrichs Werk gefunden?
Durch meine Tätigkeit als Philosophieprofessor. Konkret bin ich durch Hans Urs von Balthasar, den ich ausgiebig studiert habe, auf Ulrich aufmerksam gemacht worden.

Welche Bedeutung hat Ferdinand Ulrich für Ihr eigenes wissenschaftliches Arbeiten?
Meine eigenen Studien liegen im Bereich der Dialogik und des dialogischen Denkens, zu dem Ulrichs Denken des „Seins als Gabe“ einen wichtigen Beitrag leistet, indem das Sein hier nicht allein aus der egozentrischen Mitte heraus gedacht wird.

Wo könnte Ihrer Meinung nach ein Schwerpunkt in der Ferdinand-Ulrich-Forschung in den kommenden Jahren liegen?
Die Liebe als schenkende Liebe einer Jugend nahezubringen, die in meinen Augen danach hungert.

Haben Sie Interesse an Vernetzung und wissenschaftlichem Austausch über Ferdinand Ulrichs Werk? In welcher Weise könnte diese Ihrer Meinung nach am besten stattfinden (Tagung, kleinere Online-Formate etc.)?
An einer Vernetzung wäre ich interessiert, um Informationen auszutauschen. Tagungen mit persönlichen Begegnungen sind aber durch nichts zu ersetzen.